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Rezension:Women only (Gebundene Ausgabe)

Der studierte Mediziner Stefan May entdeckte seine Leidenschaft für das Fotografieren im Fotolabor der Dermatologischen Klinik in München bei Prof. Dr. Braun-Falco, für den er mit Leica und Ringelblitz Hautkrankheiten dokumentierte und archivierte. Später dann assistierte er als Autodidakt in Sydney bei verschiedenen Mode- und Beauty-Fotografen. Seitdem sich May ausschließlich der Fotografie widmet, agiert er für international renommierte Zeitschriften und große Werbekunden. Sinnliche Schwarz- Weiß-Fotos führten zum künstlerischen Durchbruch Stefan Mays. 2002 veröffentlichte er seinen ersten Bildband, dem weitere folgten.Ferner hat er unter dem Pseudonym Lance Lensfield eine Fotoserie über Metropolen wie Paris, Berlin und New York publiziert.

Dem vorliegenden Bildband "Women Only" geht ein Vorwort (in fünf Sprachen) der Chefredeakteurin der Cosmopoliton Deutschland, Petra Winter, voraus. Sie hält die Aktfotos May "für ausgesprochen frauenfreundlich". Winter meint, dass die Bilder den Charakter der jeweiligen Frau enthüllen, dass die Fotos viel wagen und zeigen,ohne die Grenzen des guten Geschmacks und der Ästhetik zu überschreiten. Dieser Ansicht bin ich allerdings nicht immer.

Was erwartet den Betrachter?

Leider nicht so schöne ausdrucksstarke Gesichter , wie bei den Modellen von Russell James und Guide Argentini... Leider werden nicht immer rein erotische Bilder auf höchstem Niveau gezeigt, sondern auch Fotos, die an pornographischer Darstellung entlang schrappen....Leider gibt es auch Bilder, die die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten und das obgleich auf keinem der Ablichtungen der Schambereich gezeigt wird..

Die Körper der abgelichteten Frauen sind allesamt wunderschön, die Brüste wohlgeformt, ohne Siliconeinlagen. Gleich zu Beginn räkelt sich eine nackte Schöne auf einem braunen geschorenen Nerzfell. Ein überaus ästhetisches Bild, vielleicht eines der gelungensten im Buch....Die "Jane -Bilder" mit Wildnisatmosphäre empfinde ich als banal und die Frau in Affenpose wenig überzeugend. Die Nixen, auf deren nackter Haut Wasser perlt, hat man schon zu oft gesehen, um sie wirklich gut zu finden.

Frauen mit Hundehalsband mögen zwar Männerphantasien antörnen, mich sprechen solche Bilder nicht an. Eine Frau mit Hundehalsband bewegt sich auf allen Vieren- sie ist nackt, bis auf ihre schwarzen Nylons und ihre hochhackige Schuhe - auf einer Bar-Theke. Vor ihr steht ein gefülltes Whiskyglas, sie bewegt ihre Lippen darauf zu. Dabei erinnert sie an eine durstige, läufige Hündin. Oberhalb ihres nackten Körpers hängen 9 Schnapsflaschen, die als Phallussymbole gedeutet werden können. Die eindeutige Botschaft: hier darf ejakuliert werden.Eines der nächsten Bilder zeigt eine nackte, breitbeinig auf einem Stuhl sitzende Eva, deren Brüste wie Euter über einem überdimensionalen Popcorn-Behältnis, das an einen Milcheimer erinnert, hängen. Die sonnenbebrillte Schöne wirft mit Popcorn, wie andere mit Kamellen. Es darf gepoppt werden, meine Herren... Na ja,....

Kitschig ist das Bild , das zwei Frauen ablichtet, deren Gesichter durch schwarze Spitzenaugenbinden verdeckt und deren Hände durch Handschellen aneinander gebunden sind, von putzigen rosa eingefärbten Daunenfedern umkränzt. Die sinnlich zu gewandten Lippen lassen vermuten, dass es sich bei den Damen und Lesben handelt. Hier wird freilich auch eine Männerphantasie bedient.Auch Zungen von Frauen werden zum Einsatz gebracht. Ich finde, diese Bilder nicht erotisch, sondern eher vulgär. Frauen mit stupidem Blick und schwarzen Strapsen haben übrigens bei Aktaufnahmen auf hohem Niveau nichts zu suchen.

Sehr schön ist die Rückenansicht einer Nackten, die eine Treppe hochsteigt. Eine Tür scheint irgendwo offen zu stehen, die Haare fliegen. Super gemacht. Ein tolles Bild.Ebenfalls künstlerisch wertvoll ist das Bild der Nackten, die in Eiswürfeln badet und jenes der schlafenden Schönen, die von Wasser umspült wird. Gelungen auch ist das Foto der Frau unter der Dusche, ein wahrlich erotisches Bild. Ebenfalls bestens ist die Aufnahme, bei der eine Nackte in einem alten Ledersessel, in sich selbst versunken ruht.Fotos dieser Art finden sich noch viele im Buch. Gottlob.

Mehr als vier Sterne kann ich hier dennoch nicht verteilen, weil die Fotos für meinen Geschmack nicht alle künstlerisch wertvoll sind. Ich verstehe nicht, weshalb der Künstler sich scheut auch den Intimbereich der Modelle zu zeigen. Dies hätte die Bilder keineswegs frauenfeindlich gemacht. Allerdings hätte May auf Hundehalsbänder verzichten können. Sie haben bei Aufnahmen von dieser Qualität nichts verloren.#


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